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Kürzlich durfte ich Lea Hamann interviewen. Ich freue mich sehr, dass es geklappt hat, denn Lea ist eine sehr feine Seele. Ich folge ihr und ihrer Arbeit schon eine Weile und bewundere sie dafür, wie sie mit so viel Sanftmut, Hingabe, Ruhe und Liebe ihren Weg geht und dabei die Menschen inspiriert.

In diesem Interview hat Lea mir ein paar Fragen dazu beantwortet, die auch Dich inspirieren können, wieder mehr in Deine Energie zu kommen und Deinen Weg zu leben.

 

Lea Hamann, wie hast Du bemerkt, dass Dein Weg nicht im Mainstream verläuft und was waren Deine ersten Schritte?

Ich habe das ziemlich unsanft bemerkt, als ich mit Anfang zwanzig mein Kunststudium begonnen habe. Nach einem kurzen Höhenflug – schließlich hatte sich ein lang gehegter Traum erfüllt – merkte ich auf einmal, dass ich diesen Weg nicht weiter gehen kann. Zwar hatte ich äußerlich betrachtet einiges erreicht, aber auf einmal spürte ich, dass ich mich sehr weit von mir selbst entfernt hatte.

 

Ich sehnte mich nach meinem eigenen Weg. Ich wollte herausfinden, wer ich wirklich bin und warum ich eigentlich hier auf der Erde bin. Die Fragen, die ich lange Zeit beiseite gewischt habe, waren auf einmal wieder da und drängten nach neuen Antworten.

 

Mein erster Schritt war zunächst einmal zu schauen, ob ich diese tiefe Sehnsucht und diesen Impuls, aus dem Mainstream auszusteigen irgendwie wieder unterdrücken kann 😉 Die Vorstellung, den normalen Weg zu verlassen – ohne konkreten Plan und ohne Zukunftsperspektiven – kam mir ziemlich verrückt vor. Doch es gelang mir einfach nicht, diesen Impuls zu unterdrücken. Jeden Tag spürte ich deutlicher, dass da etwas auf mich wartet, wenn ich mich traue, den Schritt zu wagen.

 

Mein erster Schritt war es zunächst einmal, nach innen zu lauschen und auf die liebevolle Stimme in mir zu lauschen. Und tatsächlich, mit der Zeit kamen neue Impulse und kleine Schritte, die ich dann jeweils gegangen bin. Mit der Zeit entstand ein ganz neuer Weg – nicht länger von außen vorgegeben, sondern aus meinem Inneren heraus.

 

Was waren Deine Herausforderungen, in Deine Kraft und Energie zu kommen?

 

Ich bemerkte ziemlich schnell, dass meine Lebensenergie zum größten Teil ins Stocken geraten war. Ich war oft müde, hatte keinen Schwung und bemerkte, dass ich noch sehr viel Schmerz aus meiner Kindheit in meinem Inneren trage. Ich kam mir vor wie ein vollgestopfter Schrank: Es gab keinen Raum für Bewegung, für das neue Leben, nach dem ich mich sehnte.

 

Zum Glück entdeckte ich das Weiche Atmen. Über das bewusste Einlassen auf den Fluss meines Atems konnte ich die Last der Vergangenheit schrittweise in Fluss bringen. Da war so viel alte Energie, die ich endlich loswerden konnte. Meine Gefühle kamen wieder ins Fließen und auch in meinem Körper wurde der Fluss meiner Lebensenergie wieder stärker.

 

Ich hatte den Eindruck, dass der Atem mich wieder ins Leben zurück bringt. In den natürlichen Fluss, das natürliche Auf und Ab.

 

Wie schaffst Du es, diese Energie zu halten?

 

Mittlerweile ist es für mich ganz normal, zwischendurch auf meinen Atem zu achten. Zum Beispiel jetzt, wo ich gerade hier am Schreibtisch sitze, kann ich kurz innehalten, meinen Körper spüren und wahrnehmen, ob mein Atem noch fließt. Wenn ich angespannt bin oder mich innerlich verstricke, dann stockt der Atem. Und wenn ich mich innerlich wieder zurücklehne und dem Fluss meines Atems für einige Atemzüge folge, dann bin ich auch innerlich wieder „im Fluss“.

In diesem Fluss meiner Lebensenergie gibt es aber auch ganz natürliche Schwankungen. Ich bin nicht immer aktiv und voller Tatendrang, sondern manchmal sinkt die Welle auch tief nach unten und nimmt mich mit in die Ruhe, in das innere Verdauen oder in tiefe Heilprozesse.

Ich finde das sehr wichtig, dass wir uns die Erlaubnis geben zwischen Ruhe und Aktivität zu pendeln.

 

Wie sorgst du dafür, dass sich deine Energie nicht mit fremden Energien vermischt?

 

Zum einen wohne ich hier auf dem Land in einem winzigen Ort und genieße es, dass ich oft und viel alleine sein kann. Ich brauche das Sein in der Natur, um ganz bei mir anzukommen.

Dann mache ich auch immer wieder Energiearbeit, um meinen inneren Raum zu klären und fremde Energien loszuwerden. Für mich ist das wie Zähneputzen, etwas völlig normales. Und ich merke auch, dass sich durch das weiche Atmen meine eigene Präsenz verstärkt. Ich nehme meinen Raum mehr ein – und wo ich bin, kann niemand anders sein 🙂 das ist ein schöner Nebeneffekt des Weichen Atems, finde ich.

Danke, liebe Lea für das Interview.

Kennst Du schon Lea Hamann ‘s neues Buch?

 

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